Theodor Fontane – berühmter Sohn der Stadt Neuruppin
Neuruppins berühmtester Sohn Theodor Fontane, gehört zu den bedeutendsten Vertretern des poetischen Realismus in Deutschland. Viele seine Werke sind bis heute Klassiker und werden nach wie vor gerne gelesen.
Fontane und der poetische Realismus
Heinrich Theodor Fontane wurde 1819 in Neuruppin geboren und starb 1898 in Berlin. Er war sowohl ein deutscher Schriftsteller, als auch ein approbierter Apotheker. Heinrich Theodor Fontane ist einer der bedeutendsten deutschen Vertreter des poetischen Realismus. Seine Romanfiguren sind besonders gut charakterisiert, da er die Erscheinung, ihre Umgebung und ebenso die Redeweise der einzelnen Figuren genau beschreibt. In seinen Romanen implizierte Fontane oft Gesellschaftskritik und ironischen Humor. Sein auktorialer (=der Erzähler ist allwissend) Schreibstil war außergewöhnlich. All seine Novellen und Romane sind aus Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben. In den Dialogen greift Fontane hingegen auf einen personalen Erzähler zurück.
Die erste Phase seiner Schaffenszeit
Theodor Fontane erblickte als Sohn eines Apothekers am 30. Dezember 1819 das Licht der Welt. In Neuruppin verbrachte er seine Kindheit bis zum siebten Lebensjahr. Seine Schulzeit verbrachte er in Neuruppin und Berlin und schon während seiner anschließenden Apothekerausbildung verfasste er die ersten Gedichte. Nach der Ausbildung arbeitete er als Apothekergehilfe, bis ihn Bernhard von Lepel in den Literatenverein Tunnel einführte, wo er für 21 Jahre Mitglied blieb. Fontane unterbrach seine Arbeit in Apotheken nur um den Militärdienst abzuleisten. 1845 heiratete er und im März 1847 erhielt er schließlich seine Approbation als Apotheker. Rund zwei Jahre später beschloss Fontane den Apothekerberuf aufzugeben und fortan als freier Schriftsteller weiterzuarbeiten. Seine Texte waren zu dieser Zeit meist politisch und im gleichen Jahr wurde sein erstes Buch “Männer und Helden. Acht Preußenlieder” veröffentlicht. Einige Jahre später lebte er beruflich in London und berichtete dem deutschen Publikum als erster über die Kunstströmung der Präraffaeliten. Seine Korrespondententätigkeit stelle er jedoch mit dem Regierungswechsel im preußischen Königshaus ein und kam nach Deutschland zurück. Als er keine Anstellung fand, widmete er sich der Reiseliteratur. Es entstand in den folgenden Jahren das Wanderungswerk, was später die Grundlage für Fontanes episches Schaffen werden sollte.
Die zweite Phase seiner Schaffenszeit
Ab dem Jahr 1870 war Fontane als Theaterkritiker tätig. Von 1874 bis 1876 unternahm er gemeinsam mit seiner Frau einige Reisen nach Italien, Österreich und in die Schweiz. Nach Beendigung der Reisen beschloss er wieder als freier Schriftsteller zu arbeiten und begann zahlreiche Texte zu schreiben. Im Jahr 1892 erkrankte Fontane an einer Gehirnischämie und ein Arzt riet ihm zu schreiben um sich abzulenken. Zu dieser Zeit entstanden seine Kindheitserinnerungen. Er erholte sich soweit, dass er Effi Briest, eine autobiografische Schrift und zwei weitere Romane fertigstellen konnte bevor er am 20. September 1898 in Berlin verstarb.
Fontanes wichtigste Hinterlassenschaften
Zeit seines Lebens schrieb Theodor Fontane neben seinen literarischen Werken auch viele Artikel als Journalist und übersetzte im Jahr 1842 Shakespeares Hamlet. Zusätzlich schrieb er zahlreiche Gedichte, Dramen, Kriegsbücher, Biografien, Tagebücher, Briefe, Theaterkritiken und programmatische Schriften. Einen Teil von Theodor Fontanes Nachlass besitzt das Stadtmuseum Berlin. Der größte Teil seiner bedeutenden Romane entstand erst nachdem Fontane 60 Jahre alt wurde.Die Werke von Theodor Fontane sind zahlreich und gehören zum Teil auch zur Pflichtlektüre in Schulen. Zu den bekanntesten Werken Fontanes gehören “Effi Briest” und “Unterm Birnbaum” ebenso wie “Die Stechlin”, “Irrungen.Wirrungen” und “Wanderungen durch die Mark Brandenburg”.
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