Im 19. Jahrhundert war ein Künstler und Maler ein sehr bedeutender Zeitzeuge. Mit aufkommen der Fotografie im 19. Jahrhundert ändert sich auch die Malerei. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Gemälde meistens in den Ateliers der Künstler gemalt, dann kam mit dem Impressionismus auch die Freilichtmalerei auf.
Der Realismus
Gustave Courbet, ein französischer Maler, rief im 19. Jahrhundert die eine neue Kunstrichtung ins Leben: die realistische Malerei. Courbet begründete die realistische Kunst, in der ausnahmslos Menschen und Dinge charakterisiert werden, die der Künstler erblicken oder greifen kann. Somit stand diese Kunstrichtung im Vermächtnis der Antike und der Renaissance. Viele Maler des Realismus wollten ganz reale und lebendige Menschen in der Mitte des 19. Jahrhunderts darstellen. So wie auch der Maler Adolph von Menzel, der in den Industrieanlagen des “Eisenwalzwerkes” unzählige Tage damit verbrachte, die Menschen dort zu beobachten und Skizze anzufertigen. Daraufhin fertigte er in den Jahren 1872 bis 1875 das Gemälde “Das Eisenwalzwerk” an, das heute in der Alten Nationalgalerie in Berlin ausgestellt ist. Er wollte damit Zeugnis des technischen Umsturzes und der erbarmungslosen Arbeitsbedingungen dieser Zeit ablegen.
Ein weiterer sehr bedeutender Vertreter des Realismus war Wilhelm Maria Hubertus Leibl. Er teilte sich mit den Malern Theodor Alt, Rudolf Hirth du Frênes und Johann Sperl in München ein Atelier. Dort versammelte Leibl auch Maler um sich – den Leibl-Kreis. Um 1873 zog er sich dann vom Kunstbetrieb zurück und lebte zusammen mit Johann Sperl in Oberbayern. 1892 wurde Leibl dann sogar zum Professor ernannt. Bei einem Kuraufenthalt in Würzburg verstarb er 1900 an einem Herzleiden. Leibls detailvolle Malerei näherte sich sehr dem Impressionismus an, und obwohl er hauptsächlich Menschen darstellte, wahrte er immer die verhüllte Körperlichkeit seiner Figuren. Ein wohl sehr bekanntes Meisterwerk von Leibl ist “Bildnis der Frau Gedon”, das in der Neuen Pinakothek in München ausgestellt ist.
Der Naturalismus
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Naturalismus populär. Die Maler hatten hierfür einen neuen Leitsatz: “Zurück zur Natur”. Der Grundsatz lag in der Darstellung der Natur, die nun frei von romantischen Stimmungen und Idealen hervorgehoben werden sollte. Sie sollte so dargestellt werden, wie sie wirklich zu sehen ist. Das berühmteste Werk aus dieser Kunstepoche stammt von Jean Baptiste Camille Corot: “Die Ährenleserin”. Der französische Maler fand in Italien die Liebe zur Landschaftsmalerei und wurde in seinem späterem Alter als die “Vaterfigur der Pariser Kunstszene” und dominanter Landschaftsmaler angesehen. Corot schuf allerdings auch Frauenbilnisse.
Der Impressionismus
1863 rebellierten in Paris vier Künstler gegen das regungslose Kunst-Establishment. Renoir, Monet, Sisley und Bazille beschlossen eine neue Stilrichtung zu erschaffen, was den Erfolg des Impressionismus brachte. Dieser Stil wurde anfangs viel verspottet und es dauerte viele Jahre, bis dieser neue Stil sich etablierte. Bei diesem Stil wurde meistens unter freiem Himmel gemalt und skizzenhaft dargestellt. Kunsthistoriker bezeichnen den Impressionismus als den Beginn des modernen Stils. Viele gemalte Bilder, die im 19. Jahrhundert entstanden sind, wurden damals belächelt oder sogar verspottet. Erst im Laufe vieler Jahre wurden unzählige Werke bekannt und entwickelten teilweise sogar einen unsagbaren Wert. In vielen Ausstellungen und Museen sind Künstlerbilder aus dem 19. Jahrhundert zu finden. Es ist oft sehr erstaunlich, welche Ausstrahlung und Wirkung diese Bilder oft zeigen. Bilder von heute unschätzbarem Wert…
Quelle: The yellow Cow – Wikimedia
